kritische Kartographie

Karten beeinflussen auf vielfältige Weise unser tägliches Denken und Handeln. Dabei sind Karten kein wahrheitsgetreues Abbild der Wirklichkeit, sondern bilden immer eine gewisse Persepktive ab. Lange Zeit lag die Hoheit der Kartenproduktion in staatlicher Hand. Mit dem Aufkommen neuer Technologien haben viele Menschen die Möglichekeit selbst Karten zur erstellen und die eigenen Perspektive den bestehenen Verhältnissen gegenüber zu stellen

Orte der Verdrängung

Zwangsräumungen, steigende Mieten, Luxusneubauten oder „Gefahrengebiete“ – All das sind Beispiele eines Verdrängungsprozesses von Bewohner*innen ganz im Sinne der neoliberalen Stadt. Diese kann aktiv durch Polizeigewalt oder eher unsichtbar durch Entmietungen geschehen. Die Formen der Verdrängung sind dabei ebenso vielfältig wie die Orte an denen sie geschehen. All diese „Orte der Verdrängung“ wollen wir hier sammeln und damit die Ausmaße der Verdrängungen sichtbar machen.

Orte des Widerstandes

Die Blockade der Zwangsräumung einer Nachbarin, eine Demonstration gegen die steigenden Mieten oder das Einschreiten bei rassistischen Polizeikontrolle am Bahnhof Osloer Straße – das sind Beispiele bei denen sich Menschen gegen ihre Verdrängung oder die ihrer Nachbar*innen zur Wehr setzen . Der Widerstand kann dabei laut sein, wie beim Go-In bei einer Hausverwaltung oder auch eher leise wie in einer Mietrechtsberatung. All diese „Orte des Widerstands“ wollen wir hier sammeln.


Warum diese Karte?


Mit dieser „kritischen Karte“ des Weddings wollen wir all die Veränderungen und Prozesse, aber auch die Angebote und Initiativen, die wir täglich in unseren Kiezen sehen, sichtbar machen. Die Idee ist dadurch gemeinsam Erfahrungen über Orte auszutauschen, aber auch Informationen zur Veränderung zu sammeln. Dabei hoffen wir Nachbar*innen für die bedrohlichen Verdrängungsprozesse, mit denen wir auf ganz alltägliche Weise konfrontiert werden, sensibilisieren zu können. So können sich auch Betroffene, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, austauschen und andere Menschen in ihrem Umfeld ermuntern, gemeinsam für eine Stadt von unten einzutreten.

Statt vollständig und minutiös alles zu sammeln, versteht sich diese Seite als „Work-in-Progress“ Karte, die immer weiter ausgebaut werden kann. So kann Verdrängung und Widerstand sichtbar gemacht werden. Es liegt an uns, den Widerstand zu stärken und zu jeder Zeit praktisch werden zu lassen.



neuste Einträge



  • - Blockade Dubliner8
    • Adresse: Dubliner Str. 8
    • Beschreibung: Schon ab 5 Uhr morgens gab es die ersten Blockaden vor der Dubliner Straße 8. Unterstützer*innen der Nicht-WG blockierten mit Transparenten alle drei Zugänge zum Eckhaus. Parallel fand ab 6 Uhr morgens eine angemeldete Kundgebung statt, die immer größeren Zulauf erhielt. Nachbar*innen wurden mit Flyern über die Situation der WG informiert und nahmen spontan am Protest teil. Manche Nachbar*innen versorgten die Protestierenden mit Tee, Essen und Sitzkissen. Die Polizei war zunächst mit vier Wannen im Einsatz und forderten nach und nach mehr Kräfte an. Für 7 Uhr war die Gerichtsvollzieherin angekündigt und zu diesem Zeitpunkt befanden sich um die 150 Menschen auf der Kundgebung und den Blockaden. Die Polizei hatte bereits die zweite Warnung ausgesprochen, die Blockade gewaltsam aufzulösen. Allerdings war dies ein Täuschungsmanöver. Die Polizei gelang durch andere Hinterhöfe zu dem Hinterhofe der Dubliner Straße 8, wobei sie mehrere Zäune aufschnitten...
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  • - Zwangsräumung Dubliner8
    • Adresse: Dubliner Str. 8
    • Beschreibung: Vor einigen Jahren wurde das Haus von der Briefkastenfirma Großvenediger GmbH gekauft. Kurz darauf wurde die WG mit Kündigungen überhäuft und auf Räumung verklagt. Der Rechtsanwalt der Briefkastenfirma Hans Georg Helwig – der auf seiner Homepage mit seinen “kreativen rechtlichen Lösungen” wirbt – dachte sich immer wieder neue absurde Kündigungsgründe aus. Nachdem die ersten Gründe allesamt abgewiesen wurden, wurde Anwalt Hans Georg Helwig tatsächlich kreativer: Er verklagte die WG wegen einer vermeintlich unzulässigen Mietminderung. Vor Gericht brachte Helwig hervor, dass die Mietminderung zwar zulässig war, sie aber in den darauffolgenden Wochen nicht dem Abtrocknungsgrad des Wasserschadens angepasst worden sei. Richter Ralph Reifenrath vom Amtsgericht Wedding hat die WG daraufhin auf Räumung verurteilt....
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  • - Reifen-Kubik
    • Adresse: Voltastr.
    • Beschreibung: Schon vor zwei Jahren hatte das Kiezmagazin "Brunnenmagazin" vom drohenden Verschwinden von kleinen Betrieben im Brunnenviertel berichtet. Jetzt ist der Reifenhandel in der Voltastraße weg - das Gebäude ist vor einigen Tagen abgerissen worden. An der Stelle soll gebaut werden und Start-Ups sollen Platz finden.
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